Klaus Spitzer´s Stichworte
Was und wer ist das ÖKOTOP HEERDT?
Art | Biogarten | Biotop-Entwicklungszellen | Biozönose | Boden | Bodenprofil | Diversität | Dreifelderwirtschaft | Erosion | Fruchtfolge | Fruchtwechsel | Geobotanik | Humus | Kleinklima | Klima | Klimax | Leitbepflanzung | Löß | Mischkultur | Monokultur | Mulch | Nahrungskette | Naturschutz | Neophyt | Neozooe | ökologische Nische | Ökosystem | Pflanzengesellschaft | pH-Wert | Pionierpflanze | Pionierstandort | Population | Recycling | Relief | Rundling | Sedimentgestein | Sonnenfalle | Standort | Trockenmauer | Vernetzung | Verrottung | Verwitterung | Wallhecke | Wetter | Wildgarten | Zeigerpflanze |



Stichwort: Art, die
Die Art ist die Grundeinheit einer Systematik, in der die Einzelwesen (die Individuen, (lat. das Unteilbare) der Pflanzen und Tiere übersichtlich, nach bestimmten vererbbaren Merkmalen (Bauplänen) geordnet werden. Eine Vermehrung ist nur innerhalb einer Art möglich. Anhand der Merkmale läßt sich also jedes Lebewesen genau bestimmen und in das "natürliche Ordnungssystem" einordnen, bei Pflanzen: Individuum, (lat. in = un, dividere = teilen) - Art - Gattung - Familie - Ordnung - Klasse - Unterabteilung - Abteilung - Reihe). In der Zoologie hat man das System etwas ergänzt: Individuum - Spielart - Varietät - Art - Gattung - Tribus - Sektion - Familie - Ordnung - Klasse - Kreis - Stamm - Abteilung - Reich. Die in der Vorzeit lebenden und ausgestorbenen Arten (Fossilien, lat. fossilis = begraben) lassen sich ebenfalls in dieses System einordnen. Jede Art (Spezies) ist lateinisch mit einem Doppelnamen bezeichnet (1. großgeschriebener Gattungsname, 2. kleingeschriebener Artname).

Kommentar:

Der Laie muß nicht alle Namen (ca. 500 000 Pflanzenarten, ca. eineinhalb Millionen Tierarten) kennen. Es helfen Bestimmungsbücher. Durch die Kenntnis der wichtigsten Namen und Merkmale entwickelt sich eine neue, intensive Beziehung zur Natur. Dazu gehört auch Wissen über Lebensweise, Lebensgemeinschaft, Umwelt (vgl. Stichw. Biozönose, Boden, Ökologie, Umwelt).





Stichwort: Biogarten, der
(griech: bios = Leben)
auch Naturgarten, naturnaher Garten, Ökogarten, ökologischer Garten, biologischer Garten u.a. Ein Gartentyp, der in Anlage und Bewirtschaftung die Prinzipien der Ökologie (vgl.Stichw.) beachtet. Ein Garten wird gesehen als eine ökologische Lebensgemeinschaft (vgl.Stichw.) von Pflanzen, Tieren und Menschen in ihrer natürlichen Umwelt (vgl.Stichw.).

Kommentar:
Jeder Garten, auch ein Biogarten, ist eine künstliche Anlage für die Bedürfnisse des Menschen und muß so durch einfühlsame Pflege begleitet werden. Wir unterscheiden auch hier nach der Funktion: Nutzgärten und Ziergärten und ihre Mischungen. Alle diese Gartentypen sollten aber naturnah angelegt und bewirtschaftet werden.

Zur Anlage:
Baustoffe (Sand, Lehm, Kies, Natursteine oder Ziegel aus Abrißbauten) aus eigenem Garten oder Umgebung, Gehölzbepflanzung mit regionalen, widerstandsfähigen, für Tiere nützlichen Arten, u.a.m.

Zur Bewirtschaftung:
entnommene Nährstoffe ergänzen durch natürlichen Dünger, Kompost, Mulch, Fruchtwechsel, wuchernde, unerwünschte Pflanzen in Grenzen halten, Befall durch unerwünschte Tiere beschränken durch Stärken der Abwehrkräfte und durch natürliche Feinde, u.a.m. In den Biogärten des ÖKOTOP HEERDT versuchen wir also den neuen Gedanken der Ökologie zu verwirklichen. Durch die ganzheitliche Betrachtungsweise nutzen wir nicht nur Pflanzen und Tiere, letzlich uns Menschen selbst. Interessierte Gärtner können sogar einen neuen Gartentyp, den Wildgarten (vgl.Stichw.) verwirklichen, in dem der Naturschutz zentrales Thema ist.




Stichwort: Biotop - Entwicklungszellen, die
(altgriech, bios = Leben, topos = Ort)

Biotop - Entwicklungszellen sind vom Menschen angelegte Ausgangssituationen für die natürliche Weiterentwicklung von speziellen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Biotope (vgl. Stichw.) schafft sich die Natur auch ohne den Menschen. Sie werden aber durch die Entstehung einer kommerziell orientierten Kultur- landschaft vernichtet. So ist als Gegenmaßnahme Naturschutz (vgl. Stichw.) sinnvoll und auch die Anlage neuer, ehemals vorhandener, aber verdrängter Biotope. Es genügt, die speziellen Ausgangsbedingungen zu schaffen (Boden, Refief, ausgewählte Leitbepflanzung usw).

Kommentar:
Im Großraum des ÖKOTOP HEERDT gehen wir davon aus, daß sich ein stabiles natürliches Gleichgewicht auf unserem Gelände am ehesten durch eine Vielzahl verschiedener Biotope einstellen wird. Stimmt die Umwelt (vgl. Stichw.), entstehen z.B. bestimmte Kleinklimate (vgl. Stichw.), Pflanzen und Tiere stellen sich von selbst ein. Eine "Impfung" mit wenigen ausgewählten speziellen Pflanzen als Leitbepflanzung (vgl. Stichw.) beschleunigt und lenkt die natürliche Entwicklung, die allerdings einfühlsam begleitet werden muß. Denn die Biotope verändern sich durch die Sukzession (vgl. Stichw.). sodaß wir, um die Vielzahl der Biotope zu erhalten, in diese Entwicklung eingreifen müssen oder immer wieder neue Lebensräume anlegen müssen.




Stichwort: Biozönose, die
(altgr. bios = Leben)

Eine Biozönose ist eine "Lebensgemeinschaft, Gesellschaft von Pflanzen und Tieren in einem Biotop." (Duden)

Kommentar:
Die Ökologie (vgl. Stichw.) betrachtet die Pflanzen und Tierarten also nicht gesondert, sondern in ihrem Zusammenleben in einer Lebensgemeinschaft. Diese ist verbunden mit gegenseitiger Abhängigkeit, Beeinflussung und Anpassung. (Samenverbreitung, Bestäubung u.a.m.) Immer gibt es auch eine Beziehung der Lebewesen zu ihrer Umwelt (vgl.Stichw.), also Klima, Boden, Relief u.a. an ihrem speziellen Standort. Immer gilt es auch, das Leben einer Pflanze nicht nur im auffälligen sichtbaren Bereich, sondern auch im Wurzelbereich unter der Erde zu beachten (z.B. gibt es Flach- und Tiefwurzler).




Stichwort: Boden, der
Der Boden ist "die lebenerfüllte Schicht der Erdoberfläche" (der große Brockhaus, Lexikon)
Die wertvolle Bodenkrume (die Erde, der Mutterboden) ist landwirtschaftlich und gärtnerisch nutzbar (vgl.Stichw. Bodenprofil, Erosion, Humus). Der Boden ist die letzte Basis unserer Ernährung und selbst von unzähligen Kleinlebewesen belebt, die für den natürlichen Kreislauf notwendig sind.

Man unterscheidet je nach Mineralbestandteilen und Korngröße verschiedene mineralische
Bodenarten (z.B. Ton -, Sand -, Kalkböden und deren Mischungen). Durch die pflanzlichen und tierischen Bodenlebewesen, durch Humusgehalt und klimatische Einflüsse entstehen verschiedene Bodentypen, also Zustände, von Gütequalitäten des Bodens (z.B. Waldboden, Moorboden, Braunerde usw.).

Kommentar:
Auf dem Gelände des ÖKOTOP HEERDT war vor der menschlichen Besiedelung eine wilde und sich ständige Flußlandschaft mit Ablagerungen von Sand, Ton, Lehm und Kalk und ihren Mischungen. Durch Flüsse und Bäche entstand ein Wechsel von trockenen Platten (Donken) und feuchten, sumpfigen Bereichen (Brüchen). Dieses Gelände war bewaldet und wurde nach der Rodung ackerbaulich genutzt. In den letzten Jahrzehnten wurde der Boden durch Einsatz von Maschinen und Kunstdünger degeneriert (vgl.Stichw. Bodenprofil). Durch die Senkung des Grundwasserspiegels (auf 5 - 7 m) als Folge des Braunkohleabbaus bei Gartzweiler und die Flußregulierungen sind die Feuchtgebiete heute verschwunden. Steine sind nur als angeschwemmte Flußkiesel vorhanden und werden durch gebrannte Lehmziegel ersetzt.




Stichwort: Bodenprofil, das
Ein Bodenprofil ist ein senkrechter Schritt durch den Boden. (Wir sehen es z.B. bei Ausschachtungen von Baugruben). Durch den Anteil des Humus (vgl.Stichw.) unterscheiden wir deutlich drei Schichten (Horizonte):

1. Der A-Horizont (Oberboden)

ist die oberste - in unseren Breitengraden - durch den Humusanteil braunschwarze Verwitterungsdecke (vgl. Stichw. Verwitterung). Sie ist eine lebendige, biologische Schicht mit fast abgeschlossener Verwitterung. Sie ist der
Lebensraum der Pflanzen mit ihren Wurzeln und der riesigen Zahl Lebewesen, vor allem Mikroorganismen. Liegt diese Schicht brach, wird sie bei Niederschlägen ausgelaugt und sollte durch eine dünne Schicht Mulch (vgl. Stichw.) geschützt werden.

2. Der B-Horizont (Unterboden, Rohboden)

hat eine starke Verwitterung. Er ist wichtig für den Wasserhaushalt und wird noch von den Tiefwurzeln erreicht. Hier lagern sich die ausgewaschenen Stoffe des Oberbodens ab (schädlich: Ortstein). 3. Der C-Horizont bildet den Untergrund, das anstehende "gewachsene" Muttergestein. Es hat im Grenzbereich erste Anzeichen von Verwitterung.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT haben wir eine 25 - 30 cm starke Schicht fruchtbaren Oberboden. Sie besteht überwiegend aus Braunerde mit durch die frühere Landwirtschaft stark verdichteten oberen Bodenschichten. (Durch den "sauren Regen" ist der Boden leicht sauer und dankbar für geringe Algenkalkgaben).

Der gelb gefärbte Unterboden besteht überwiegend zunächst aus 1-3 m mächtigen lehmig- sandigen Deckschichten. Es sind Hochflutablagerungen des Rheins und seiner Nebenflüsse. Stellenweise sind bis zu 3 m mächtige Schichten Feinsande durch Wind angeweht. Da es sich in der Niederrheinischen Bucht um ein absinkendes Gebiet handelt, beginnt der anstehende Fels erst in einer Tiefe von 1500 m (vgl.Stichw. Boden).




Stichwort: Diversität, die
(lat. dividere = teilen)

Die Diversität (Biodiversität) ist die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere. Sie trägt bei zur Stabilität eines gesunden Lebensraumes. Die Endstadien der Sukzessionen (vgl.Stichw.) haben eine große Artenvielfalt und dadurch die angestrebte große Stabilität und Dauer (vgl.Stichw. Klimax). Je näher die Sukzessionen dem Endstadium kommen, desto größer ist durchweg die Artenvielfalt. Diversifikation (Diversifizierung) ist das Herbeiführen und Unterstützen der Artenvielfalt. Regierungen und Verbände haben hierzu Strategien entwickelt ("Biodiversitätsstrategie"). Man fordert und fördert nicht nur die Erhaltung von Wildnis, sondern auch von Stadt - und Kulturlandschaften. Denn auch diese werden von Pflanzen und Tieren besiedelt, häufig sogar in größerer Artenvielfalt als das Umland.

Kommentar:
Anstatt einzelne Arten (vgl.Stichw. Rote Liste) ist es sinnvoller, ganze Lebensräume zu schützen. Die Erhaltung hat lebenswichtige Bedeutung auch für den Menschen, da das ökologische Gleichgewicht erhalten bleiben muß. Auch geht mit jeder ausgestorbenen Art eine Jahrmillion dauernde Entwicklung eines Lebewesens und damit unwiderruflich die gesamte DNA verloren.

Im ÖKOTOP HEERDT haben wir bei der Anlage der "Biotop - Entwicklungszellen" (vgl.Stichw.) das Prinzip "Kleinzelligkeit und Vielfalt". Es gilt als Konzept auch für die Gärten (vgl.Stichw. Biogärten und Wildgärten). So kann jeder zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen. Dabei sollte man jedoch die regionale Pflanzen - und Tiergesellschaften beachten (vgl.Stichw. heimische Pflanzen, Neophyten, Neozooen).




Stichwort: Dreifelderwirtschaft, die
Die Dreifelderwirtschaft ist eine alte Betriebsmethode der Landwirtschaft, bei der die Ackerfläche in drei Felder aufgeteilt wird, die im Wechsel rotierend nach folgender Regel bewirtschaftet werden: Sommergetreide, Wintergetreide, Brache (vgl.Stichw.) Die Brache wurde später durch Hackfrüchte oder Futterpflanzen ersetzt. Heute wurde die Dreifelderwirtschaft durch eine jeweils dem Standort angepaßte Fruchtwechselwirtschaft (vgl. Fruchtwechsel) ersetzt.

Kommentar:
Die Chemieindustrie liefert heute künstlichen Dünger, der die entnommenen Nährstoffe des Bodens ersetzen soll. Die "industrielle" Stallhaltung des Viehs liefert große Mengen von Jauche und Dung. Durch diese Methoden ergeben sich jedoch neue, große Probleme (z.B. die Zerstörung des Bodenlebens), so daß in der biologischen Landwirtschaft moderne naturnahe Arbeitsweisen gesucht und praktiziert werden. Diese Probleme gelten auch für den Gartenbau (vgl.Stichw. Biogarten, Boden, Fruchtfolge, Fruchtwechsel, Mischkultur, Mulchen). Auch die an die alte Dreifelderwirtschaft anknüpfende Methode der Brache, am besten mit einer stickstoffanreichernden, später untergehackten Grüneinsaat, sollte zur natürlichen Erholung des Bodens genutzt werden.




Stichwort: Erosion, die
(lat.erodere = ausnagen, zerstören)

Erosion ist die Abtragung des Bodens an der Erdoberfläche vor allem durch fließendes Wasser, aber auch durch Eis und Wind. Das anstehende, feste Felsgestein wird mechanisch und chemisch durch Verwitterung (vgl. Stichw.) zerkleinert. Der am Ende des Prozesses entstehende Boden (vgl. Stichw.) kann von Flüssen und Winden weiter transportiert und als Sediment (vgl. Stichw.) abgelagert werden.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT besteht der Untergrund aus vielen hundert Metern dicken Eiszeit- und Flußablagerungen. Darüber liegt eine nur etwa 30 - 40 cm dicke Mutterbodenschicht. Dieser Oberboden ist sehr kostbar. Im ÖKOTOP HEERDT ist er leicht übersäuert, aber relativ fruchtbar. Diese Schicht sollte nie länger unbewachsen den erosierenden Kräften ausgesetzt sein. Jedoch ist auf unserem Gelände der Boden durch die Kleinzelligkeit der Anlage, durch die vielen bandförmig miteinander verbundenen Hecken und dem Baumbestand gut vor Erosion geschützt.





Stichwort: Fruchtfolge, die
Eine Fruchtfolge ist eine Methode des Anbaus in der Landwirtschaft oder im Nutzgarten, bei der die Abfolge der Feldfrüchte nach bestimmten Grundsätzen festgelegt wird (vgl. Stichw. Dreifelderwirtschaft, Fruchtwechsel).

Neben immer gleicher Dauernutzung (z.B. Grünlandwirtschaft) gibt es verschiedene Systeme nit Fruchtfolgen: die alte Dreifelderwirtschaft (vgl.Stichw.); die Fruchtwechselwirtschaft (vgl. Stichw. Fruchtwechsel); die freie Wirtschaft ohne feste Regelung der Fruchtfolge, aber mit häufigem Fruchtwechsel und intensiver Düngung.

Kommentar:
Alle Pflanzenarten, also auch die Kulturpflanzen stellen unterschiedliche Nährstoffansprüche an den Boden. Deshalb wechselt man in Landwirtschaft im Anbau die Abfolge der Nutzpflanzen. Man beschränkt oder vermeidet so die Verarmung oder Ermüdung des Bodens, reduziert oder verhindert Schädlinge und Krankheiten. So ist auch im biologischen Gartenbau eine Abwechslung in der Fruchtfolge und auch eine zwischengeschaltete Brache nach dem Vorbild der naturnahen Methoden der biologischen Landwirtschaft sinnvoll.




Stichwort: Fruchtwechsel, der
Ein Fruchtwechsel ist eine Anbaumethode, bei der vor allem zur Steigerung des Ertrags ein Wechsel der Fruchtfolgen (vgl. Stichw.) durch Staffelung der angebauten Pflanzenarten in jährlichem Wechsel erfolgt. Man nutzt die verschiedenen Ansprüche an den Boden und die verschiedenen Keim -, Wuchs - und Reifezeiten der Pflanzenarten. Es gibt heute ausgeklügelte standortbezogene Methoden mit bis zu 12 Fruchtfolgen.

Kommentar:
Man kann auch im Gartenbau die Ausnutzung der Anbaufläche zusätzlich steigern durch Vor- und Nachfrüchte, durch reihenweisen Wechsel der Pflanzenarten (vgl. Stichw. Mischkultur), Zwischenfrüchte zwischen den Pflanzen (z.B. Radieschen zwischen Möhren) und Stockwerkanbau.

So wird die Anbaufläche ständig bewirtschaftet, aber trotzdem Konkurrenz der Pflanzen vermieden und verschiedene Höhen- und Tiefenbereiche (Flachwurzler und Tiefenwurzler) werden gleichzeitig genutzt. Der Bodenermüdung wird vorgebeugt und die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten erschwert.

Selbstverständlich muß man bei dieser intensiven Nutzung die dem Boden entnommenen Nährstoffe durch natürliche Methoden wieder ergänzen (Kompost, Mulch, Pflanzenjauche).




Stichwort: Geobotanik, die
(Kunstw. altgriech. u lat.)

Die Geobotanilk, Vegetations- oder Pflanzengeographie ist die Wissenschaft der historischen und gegenwärtigen Verbreitung der Pflanzen und Pflanzengesellschaften auf der Erde. Sie gehört zur Pflanzensoziologie.

Kommentar:
Die Pflanzenarten und -gesellschaften (vgl. Stichw.) sind auf der Erde je nach Standortfaktoren ((vgl. Stichw. Standort) verschieden verteilt. Sie geben uns Aufschluß über Nutzungsmöglichkeiten, Gehölzarten für Begrünung in der Landschafts- pflege u.a.m.

Schon nur in Resten vorhandene natürliche Vegetation kann uns (anhand von Zeigerpflanzen, vgl. Stichw.) zusammen mit Umweltfaktoren und menschlichen Nutzungsspuren Aufschluß geben nicht nur über Boden und Klima, sondern auch über historische Entwicklung, Kultur - und Sozialgeschichte eines Standortes (z.B. bei Industriebrachen, Niemandsländern, Trampelpfaden u.a.m.)




Stichwort: Humus, der
(lat.Boden, Erde, Erdboden)

Humus ist neben den Mineralien der organische Bestandteil des Oberbodens (vgl. Stichw. Bodenprofil).

Er entsteht durch Verwesung und Verrottung toter organischer Substanzen (vgl. Stichw. Humus). Er ist so selbst wieder Nahrungs- und Energiequelle nicht nur für Pflanzen, sondern auch für die vielen Bodenlebewesen, die wiederum für den natürlichen Kreislauf notwendig sind. Humus verändert sich ständig durch Zersetzung, Umsetzung und Abbau. Wir helfen durch ständiges Hacken. Die wichtige Oberschicht des Bodens ist nur 25-30 cm dick. Der Humus färbt den Boden grau, braun oder schwarz. Er bindet Wasser (1kg Humus - 2l Wasser), lockert schweren Boden oder bindet leichten Sand- boden, kann mit Hilfe von Wasser lösliche Salze speichern und andere Bodenbestandteile (z.B.Kalk) lösen und so für die Pflanzen verwertbar machen.

Kommentar:
Bei dem Verwesungs- und Verrottungsprozess und auch durch lebende Pflanzenwurzeln werden Säuren ausgeschieden. So sind humöse Böden immer leicht sauer. Hinzu kommt der "saure Regen". Wir schaffen Abhilfe durch Kalken (am besten mit Algenkalk). Einem Garten werden häufig durch seine Nutzer organische Stoffe entnommen (Gemüseernte, Heckenschnitt usw). Nach dem Vorbild des ungestörten Kreislaufs der Natur sollte man deshalb möglichst viele organische Substanzen sammeln (vgl. Stichw. Kompost, Mulch), verrotten lassen und dem Boden wieder zurückgeben.




Stichwort: Kleinklima, das
Ein Kleinklima ist das Klima (vgl.Stichw.) kleiner Landschaftseinheiten (Abhänge, Täler u.ä.). Bei kleinsten Räumen sprechen wir vom Mikroklima. Es betrifft die bodennahe Luftschicht (bis etwa 2m Höhe). Kleinklimate haben große Bedeutung für die Pflanzen - und Tierwelt und haben deshalb auch wirtschaftliche Bedeutung in Landwirtschaft und Gartenleben. Es kann durch Kulturmaßnahmen (Waldstreifen, Hecken u.ä.) verbessert werden.

Kommentar:
Das Klein - und Mikroklima ist, da es bodennah ist, stark vom Relief (vgl. Stichw.) und Bewuchs abhängig. So kann z.B. der Gärtner es, im Gegensatz zum großräumigen Klima, durch einfache Maßnahmen verbessern (Bau von Sonnenfallen, vgl. Stichw., Pflanzen von Schattenbäumen, Hecken als Windschutz u.a.m.). Das Kleinklima im ÖKOTOP HEERDT ist durch das nur schwache Relief (vgl. Stichw.) beeinflusst.

Das Gelände ist fast eben und fällt nur leicht nach Westen von 35 ü.NN auf 32 ü.NN ab. Doch dies genügt schon, daß sich dort im Winter, Frühling und Herbst ein "Kältesee" ("Kaltluftloch") bildet. Der Unterschied der Temperatur beträgt etwa 6-8 °. Die Nähe der Rheinschleife mindert ebenfalls die Temperatur gegenüber dem dichtbesiedelten Großraum der Stadt,
die als "Wärmeinsel" wirkt.




Stichwort: Klima, das
Das Klima ist der jahrzehntelange durchschnittliche Ablauf des Wetters (vgl. Stichw.) eines bestimmten, festgelegten, großräumigen Gebietes, der Klimaregion. Das Klima wird durch die geographische Beschaffenheit eines Ortes, die Klimafaktoren, bestimmt (z.B. Höhenlage, Entfernung und Lage zum Meer oder zu Hochgebirgen). Klimaelemente sind die Witterungsbedingungen (vgl.Stichw. Wetter), die das Klima bestimmen (z.B. Temperatur, Niederschlag).

Durch die tägliche Drehung der Erde um ihre Achse entstehen Tag und Nacht je nach Bescheinen durch die Sonne. Weil die Erde außerdem im Jahr einmal um die Sonne kreist und dabei die Erdachse etwas geneigt ist, werden die Teile der Erdkugel verschieden bestrahlt und erwärmt. So entstehen die 4 Jahreszeiten und die Klimazonen: nördliche Polarzone, nördliche gemäßigte Zone, heiße Zone, südliche gemäßigte Zone, südliche Pölarzone. Wir liegen in der nördlichen gemäßigten Zone.

Für das Klima ist auch die Lage zu den großen Meeren wichtig. So unterscheiden wir Land- und Seeklima. Im Innern des Landes ist es trocken, im Sommer wärmer und im Winter kälter.

Kommentar:

Die Lage des ÖKOTOP HEERDT ist sehr günstig. Wir liegen noch geschützt am Beginn der Niederrheinischen Bucht durch die Ausläufer des Bergischen Landes und der Eifel. Dadurch ist das Klima milder. Auf der rechten Rheinseite regnet es mehr als bei uns, da die vom Westen kommenden Regenwolken vor den Bergen steigen und abregnen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Heerdt beträgt im Jahr 746 mm. Durch die stattfindende Klimaveränderung scheinen sich die Mengen und Arten der Niederschläge zu verändern, so fällt der Regen offenbar im Sommer in größeren Abständen und wenn, dann in größeren Mengen. Es wäre also sinnvoll, viele und ausreichende Zisternen für Gießwasser zu bauen. Alte Bauernregeln sollten überprüft werden.




Stichwort: Klimax, die
Eine Klimax ist "der Endzustand der Boden- und Vegetationsentwicklung in einem bestimmten Gebiet" (Duden). Sie ist gekennzeichnet durch große Artenvielfalt und Beständigkeit.

Kommentar:

Die Pflanzengesellschaften, die wir an einem bestimmten Standort antreffen, ist immer ein bestimmter Entwicklungszustand einer sich veränderden Abfolge (vgl. Sukzession). Immer auch sind es unterschiedliche Vegetationsentwicklungen und Endphasen. Doch kann man nach vorherrschenden Pflanzenarten jeweils bestimmte typische Phasen unterscheiden. Sie beginnen immer mit einer Pioniervegetation (vgl. Stichw.) anspruchsloser einjähriger Pflanzen und enden nach vielen Zwischenphasen mit einem relativ dauerhaften Gleichgewichts - Endzustand, der Klimax.

Im ÖKOTOP HEERDT wäre dies ein standartgemäßer Mischwald (nachhaltig u.a.: Flattergras - Buchenwald - und Perlgras - Buchenwald - Gesellschaft). Will man die bestehende Vielfalt der Biotope erhalten, muß man einfühlsam in die Entwicklung eingreifen und z.B. die sich in der Hochstaudenflur schon bald einstellenden Gehölz - Schößlinge zeitig ausreißen, während sie im vorgesehenden "Heerdter Busch" stehen bleiben und dort später die Klimax - Vegetation "Wald" bilden können.




Stichwort: Leitbepflanzung, die
Eine Leitbepflanzung ist eine sporadische Bepflanzung mit Arten, die für die Pflanzengesellschaft (vgl. Stichw.) eines gewünschten Biotops (vgl.Stichw.) typisch sind (sog."Impfen". Vgl. Stichw.). Die Entwicklung der Sukzessionen (vgl.Stichw.) wird auf diese Weise beschleunigt.

Kommentar:
Der wichtigste Aspekt bei der Anlage einer Biotop - Entwicklungszelle ist jedoch zunächst die vorausgehende grundsätzliche Beachtung:

1. des örtlichen Klimas
2. des gewachsenen oder angeschütteten Bodens und
3. des vorhandenen oder angelegten Reliefs.


Diese Voraussetzungen bestimmen mit der Leitbepflanzung die Richtung der weiteren natürlichen Entwicklung der Sukzessionen (vgl. Stichw.) In jedem Fall ist dies ein - wenn auch hier gewünschter - menschlicher Eingriff in das Naturgeschehen und bleibt somit problematisch (z.B. bei kommerziell orientierten Bundesgartenschauen). Es ist nur - wenn überhaupt - vertretbar im Rahmen des aktiven Naturschutzes (vgl. Stichw.) und muß immer mit großer Sachkenntnis und Einfühlung in das Naturgeschehen erfolgen. Letzlich bestimmt sowieso die Natur.





Stichwort: Löß, der
Löß ist eine gelbliche oder hellgraue Bodenart aus angewehtem Staub, eine Mischung von feinstem Sand, Kalk und Ton. Dieser Staub entsteht durch Verwitterung in wüstenhaften Gebieten überall auf der Welt. In unseren Breiten entstand diese Situation nach den Eiszeiten, als die skandinavischen Gletscher, die Norddeutschland damals bedeckt hatten, schmolzen und noch keine Vegetationsdecke die zurückgelassenen Ablagerungen (Moränen, Sander) schützte. Löß ist unser bester Boden, der jedoch in unserem Klima im Laufe der Jahrtausende durch häufige Niederschläge mehr oder weniger entkalkt und ausgelaugt wurde. Zurück blieb fruchtbarer Lehm.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT liegt kein Löß, wohl aber finden wir unter der dunkelbraunen 30 - 40 cm dicken obersten Bodenschicht (vgl.Stichw. Boden) an wenigen Stellen noch angewehte Feinsande aus der Eiszeit und Nacheiszeit, sonst teilweise meterdicke Flußablagerungen aus der erdgeschichtlichen Neuzeit (Alluvium).

Der kalkarme, leicht saure, aber durchaus fruchtbare Oberboden besteht aus Braunerden. Der nächste Löß liegt auf der anderen Rheinseite (z.B. in Hamm), wo er sich im Windschatten des Bergischen Landes nach der Eiszeit ablagerte.





Stichwort: Mischkultur, die
Mischkultur ist eine Methode des naturnahen Anbaus von Gemüse und Obst, bei der verschiedene Pflanzenarten miteinander kombiniert werden, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Man setzt die Pflanzen abwechselnd einzeln oder in Reihen.

Kommentar:

Vorbei sind die Nachbarschaften, die Pflanzengesellschaften (vgl. Stichw.) in der Natur bilden. Das Gegenteil sind die Monokulturen der technisierten Landwirtschaft. Aufgrund jahrhundertelanger Erfahrung (z.B. in Kloster-und Bauerngärten) hat sich bei der Bewirtschaftung von Nutzgärten und in der Landwirtschaft ein überliefertes Wissen über nützliche Kombinationen angesammelt, das auch bis heute genutzt wird (Beispiel: Möhren und Zwiebeln wehren gegenseitig ihre Schädlinge ab.) Mischkulzur, ergänzt durch Fruchtwechsel (vgl.Stichw.) wird im ÖKOTOP HEERDT in den Nutzgärten sehr erfolgreich angewendet.




Stichwort: Monokultur, die
(griech. mono = eins, lat. culturare = pflegen)

Eine Monokultur ist der großflächige Anbau nur einer wirtschaftlich genutzten Pflanzenart. Sie hat neben den ökonomischen Vorteilen ökologische Nachteile. Sie bietet ideale Bedingungen für "Schädlinge" und "Unkräuter", die mit Giften (chemische Pflanzenschutzmittel) bekämpft werden. Dabei werden auch andere unschädliche, oft sogar "nützliche" Pflanzen und Tiere direkt oder indirekt (vgl. Stichw. Nahrungskette) vernichtet. Das gesunde Bodenleben (vgl.Stichw. Boden) wird zerstört. Der Einsatz großer Maschinen verfestigt durch ihr Gewicht den Boden, so daß er nicht genügend gelüftet wird.

Kommentar:
In der biologischen Landwirtschaft wird ein Gegenmodell zur "industriellen" Landwirtschaft praktiziert. Im biologischen Gartenbau sollte es für jeden Gärtner selbstverständlich sein, auch im Kleinen Monokulturen zu vermeiden, den Garten vielgestaltig anzulegen, naturnah zu pflegen und zu bewirtschaften (vgl. Stichw. Biogarten). Die Gartenparzellen im ÖKOTOP HEERDT sollen selbst vielgestaltige Biotope sein und sich so als wichtige Elemente einfügen in das große Biotopmosaik der ökologisch geplanten Anlage.




Stichwort: Mulch, der
Der Mulch ist eine ganzjährige Abdeckung das Bodens mit organischem verrottendem Material. Das Mulchen ist eine Methode des naturnahen Gartenbaus und der biologischen Landwirtschaft, die der Natur abgeschaut ist. Eine Mulchdecke ersetzt die natürliche Streu, also das zu Boden fallende Laub, die toten Zweige usw. Der Nachschub an organischer Substanz schützt den lockeren Boden vor dem Verschlämmen und vor Winderosion, erhält die Krümelstruktur (vgl.Stichw. Boden, Humus, Verrottung, Verwitterung), fördert Bodenleben und Humusbildung, düngt auf naturgemäße Weise, speichert Wasser und bewahrt vor Austrocknung, wärmt und schützt vor Bodenfrost. Die ständige Bodenbedeckung verhindert auch unerwünschten Bewuchs mit "Unkraut". Mulch besteht aus anfallendem Laub, Grasschnitt, Stroh u.ä. Er ist vielseitig anwendbar.

Kommentar:
Die Anwendung von Mulch wird heftig diskutiert, doch beruhen Mißerfolge häufig auf falschem Gebrauch. Er ist sehr vielseitig verwendbar, aber je nach Landschaft, Klima und Wetter, Boden und den verwendeten Materialien zu variieren. Dünne Schichten von wenigen Zentimetern verrotten je nach Material sehr schnell und müssen ständig neu ergänzt werden. Dicke Schichten (bis zu 25 - 30 cm oder sogar dicke mehrjährige Lagen von Strohpappe dienen zur Unterdrückung unerwünschter Wildkräuter (z.B. Giersch), fördern aber oft Wühlmäuse. Man kann eine Mulchschicht zwischen Reihen von Kultur - oder Zierpflanzen ausbreiten (im Sommer) oder großflächig über brachliegende Beete (im Winter). Zu beachten ist das verwendete Material, so kann z.B. Stroh beim Verrottungsprozess zunächst durch Stickstoffverbrauch den Boden ausmagern. Auch Fäulnis muß vermieden werden (Grasschnitt vorher antrocknen). Unproblematisch zu empfehlen ist Mulch bei Gehölzen.




Stichwort. Nahrungskette, die
Eine Nahrungskette (oder Nahrungspyramide) ist der Zusammenhang der Tierarten über die jeweils spezielle Nahrung. Jedes Tier braucht Nahrung und ist somit sebst auch wieder Nahrung für andere. So ergibt sich eine "Kette".

Bei allen Tieren, auch den Fleisch fressenden, beginnt jede Nahrungskette bei der Nahrungsbasis, den Pflanzen und endet bei den Großräuberarten. Alle Glieder einer Nahrungs - Kette sind gleich wichtig und gleich nützlich. Die Population (vgl. Stichw.) einer Art wird geringer, je höher sie sich in der Nahrungspyramide befindet (z.B. viele Mäuse, nur eine Eule). Jedes Lebewesen ist Teil von verschiedenen Nahrungsketten, die teilweise mteinander verbunden sind und zusammen das Nahrungsnetz bilden. Die Natur regelt dieses komplizierte System im ökologischen Gleichgewicht. (vgl.Stichw. Klimax).

Kommentar:
Das System wird gestört durch Naturkatastrophen (vgl.Stichw. Pionierpflanze, Pionierstandort) und durch das Eingreifen des Menschen (Rohstoffgewinnung, Landwirtschaft, Viehzucht u.a.). Aus ökologischer Sicht (Stichw. Ökologie) sind alle Lebewesen im Haushalt der Natur gleich wichtig. "Schädlinge" und "Unkraut" sind menschliche Wertungen.
Die bei der "Bekämpfung" eingesetzten Gifte schaden auch anderen Arten und letztlich dem Menschen selbst. Biobauer und Biogärtner (vgl.Stichw. Biogarten) greifen deshalb nur vorsichtig und mit natürlichen Methoden ein.




Stichwort: Naturschutz, der
Naturschutz dient zur Erhaltung und zum Schutz von bestimmten Pflanzen, Pflanzenarten, Biotopen und ganzen Landschaften. Er ist eine Maßnahme gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensräume von Flora und Fauna durch die moderne Entwicklung der Kulturlandschaft (Zersiedelung, Technisierung der Landwirtschaft, Monokultur, chemische Düngung, Pflanzen- gifte u.a.m.). Es gibt den tradionellen, wichtigen erhaltenden oder "passiven Naturschutz" (Rote Listen, (vgl.Stichw.), Naturschutzgebiete u.a.m.) und seit einigen Jahrzehnten auch den gestaltenden oder "aktiven Naturschutz" (Anlegen von standortgerechten Biotop - Entwicklungszellen (vgl.Stichw.) u.a.m.) Es gibt Naturschutzverbände (BUND, NABU u.a.), in denen man als Mitglied sinnvolle Hilfe leisten kann.

Kommentar:
"Naturschutz beginnt im Garten". Wer naturnahen Gartenbau im Biogarten (vgl.Stichw.) betreibt oder sogar einen Wild - oder Naturgarten (vgl.Stichw.) anlegt und bewirtschaftet, praktiziert auf kleinem Raum schon aktiven Naturschutz, denn er schützt nicht nur standortgerechte Pflanzen und Tiere, sondern er schafft gezielt neuen ökologisch funktionierenden Lebensraum (vgl.Stichw. und Stichw. Diversität). Je größer die Bereiche, desto wirkungsvoller sind diese Maßnahmen. So wäre es sinnvoll, sie miteinander durch Vernetzung (vgl.Stichw.) zu verbinden, wie dies im ÖKOTOP HEERDT erfolgreich praktiziert wird.




Stichwort: Neophyt, der
(griech./ lat.: neu gepflanzt)

Neophyten sind Pflanzenarten, die sich in historischer Zeit in ihr fremden Gebieten eingebürgert haben. Sie wurden durch die Zunahme von weltweitem Handel und Verkehr unabsichtlich eingeschleppt oder als Zier- oder Nutzpflanzen absichtlich angepflanzt. Sie stellen uns vor große Probleme im Naturschutz und Landschaftspflege.

Kommentar:
Nach dem Ende derEiszeit (vor ca. 8800 J.) waren alle Pflanzen und Tiere Neueinwanderer. Doch seitdem haben sie sich aneinander angepaßt. (vgl. Stichw. Biozönose, heimische Pflanzen, Neozooen, Pflanzengesellschaft, Standort) So entstanden die regionalen Lebensgemeinschaften. Dieses ökologische Gleichgewicht wird durch die Neophyten gestört (z.B. Verdrängen regionaler Arten, Entwickeln von Monokulturen, Einschleppen von "Schädlingen", Fehlen von Nahrungsangeboten für regionale Tierarten u.a.m.) Das Ziel des ÖKOTOP HEERDT ist es aber, mit Hilfe der Natur durch die Neuanlage von Biotop - Entwicklungszellen (vgl. Stichw.) und Biogärten (vgl. Stichw.) ein gesundes Ökosystem (vgl. Stichw.) zu schaffen. Auch in den Gärten sollte man die geschilderten Probleme beachten (ohne in eine intolerante Ideologie zu verfallen), z.B. durch Wiedereinführen von Arten alter, regionaler Nutzpflanzen, Ansiedeln aussterbender Arten, Vermeiden von Exoten usw. Das Ideal wäre die Anlage von Naturgärten (vgl. Stichw. Wildgarten).




Stichwort: Neozooe, der
Neozooen sind in historischer Zeit bei uns neu eingeschleppte Tierarten, die das ökologische Gleichgewicht des Naturhaushaltes stören. Da die zugehörenden "Feinde" fehlen, können sie sich ungehindert ausbreiten und bedrohen teilweise sogar regionale Tierarten in ihrer Existenz (vgl. Stichw. Rote Liste).

Kommentar:
Die Neozooen können unkontrolliert mit Handelswaren, z.B. Bananenstauden, eingeschleppt werden. Sie sind auch im Handel kontrolliert oder auch unkontrolliert als Haustiere zu erwerben, werden aber manchmal (z.B. vor dem Sommerurlaub) ins Freiland ausgesetzt. Manche Arten können in unserem Klima überleben und sich sogar vermehren. Zu Beginn wird die geringe Population kaum bemerkt, um sich dann oft u.U. erst nach Jahren in einer plötzlichen "Explosion" zu vermehren (vgl. auch Stichw. Neophyt). Im OKOTOP wurden schon Landschildkröten, Kanarienvögel und zahme Kaninchen gesichtet.




Stichwort: ökologische Nische, die
(gr. oikos = Haushalt, logos = Lehre)

Eine ökologische Nische ist der von einem einzelnen Tier benötigte Tätigkeitsbereich und damit seine Lebensmöglichkeit (Nahrung, Schutz, Fortpflanzung, Höhlen - oder Nestbau u.a.) Es steht so in Konkurrenz, vor allem in Nahrungskonkurrenz mit anderen Individuen der gleichen Art, aber auch mit anderen Tierarten. Oft führt dies zu streng abgegrenzten und verteidigten Revieren. Bei Mangel setzt sich die am besten angepaßte Art durch.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT haben wir bei der Anlage der Biotop - Entwicklungszellen (vgl. Stichw.) das Prinzip "Kleinzelligkeit und Vielfalt". Die vielen entstehenden unterschiedlichen Pflanzengesellschaften (vgl.Stichw.) bieten so eine ungewöhnlich große Zahl ökologischer Nischen für bestimmte, manchmal auch seltene Tierarten. Auch die Größe der Populationen (vgl.Stichw.) ist wahrscheinlich oft größer als gewöhnlich. Auch bei der begleitenden Pflege wird dies berücksichtigt (z.B. geschieht zur Schonung der Tiere das "auf den Stock setzen" der Hecken nur im Wechsel von bestimmten kleinen Abschnitten, um so Ausweichmöglichkeiten zu bieten).




Stichwort: Ökosystem, das
(griech. oikos = Haushalt, System - lat.= Zusammenstellung)

Ein Ökosystem ist eine, aus Organismen und unbelebter Umwelt bestehende natürliche Einheit, die durch deren Wechselwirkung ein gleichbleibendes System bildet (Duden)

Kommentar:
Wir versuchen im ÖKOTOP HEERDT, von unseren natürlichen Bedingungen (Klima, Boden, Relief) ausgehend, ein nachhaltiges Ordnungsgefüge durch Anlage und Pflege einer Vielfalt von kleinzelligen Biotop - Entwicklungszellen (vgl.Stichw.) zu erreichen. Dies widerspricht jedoch der zwangsläufigen Abfolge der Sukzessionen (vgl. Stichw.). Auch ist unser Projekt nicht allein ein Naturschutz - Reservat, sondern eine neu geschaffene Parkanlage, in der auch die menschlichen, sozialen und ästhetischen Bedürfnisse berücksichtigt werden sollen. Unsere Aufgabe besteht darin, diese ganzheitlichen Ziele durch einfühlsame Pflege in einem Gleichgewicht zu halten.




Stichwort: Pflanzengesellschaft, die
Eine Pflanzengesellschaft ist eine zu den Umweltbedingungen (vgl.Stichw.) passende Lebensgemeinschaft (vgl. Stichw. Biozönose) von zusammengehörenden Pflanzen und Tieren an einem bestimmten Standort (vgl.Stichw.). Diese verändert sich in bestimmten Phasen (vgl.Stichw. Sukzession). In der freien Natur bilden sich die jeweils optimalen Pflanzengesellschaften nach und nach von alleine (vgl. Stichw. Klimax) und bilden so mit der Tierwelt ein dauerhaftes ökologisches Gleichgewicht.

Kommentar:
Die Wissenschaften der Ökologie (vgl.Stichw.) und Geobotanik (vgl.Stichw.) untersuchen Pflanzen und Tiere nicht gesondert, sondern in ihrer Beziehung zueinander als Lebensgemeinschaft und zu ihrer Umwelt. Diese Betrachtungsweise ist neu und in älteren Fachbüchern und Ratgebern für Gartenbau noch nicht erwähnt. Es gilt also bei der Anlage eines Parks oder eines Gartens darauf zu achten. Es ist immer schon etwas da: eine bestimmte Umwelt und fast immer auch schon eine standortbestimmte Pflanzengesellschaft in einer bestimmten Entwicklungsphase (vgl.Stichw. Sukzession).

Wenn man in diese Entwicklung eingreift, sei es durch Vernichtung (z.B. Rodung) oder Neuanpflanzung, sollte man die vorhandene Umwelt und Pflanzengesellschaft genau kennen und beachten. Das bedeutet, auch im ÖKOTOP HEERDT müssen wir ständig aus eigener Erfahrung, voneinander, von Fachleuten und aus Fachbüchern neu lernen (vgl.Stichw. Ökopädagogik).




Stichwort: pH-Wert, der
(lat: potentia hydrogenii = Wasserstoffionenkonzentration)

Der pH-Wert ist ein Maß für den Säuregrad des Bodens. Man kann den Säuregrad des Bodens und damit auch den Kalkgehalt mit einfachen Mitteln selbst messen: Man gibt eine Bodenprobe in neutral reagierendes Wasser und schüttelt sie gut durch. In diese Mischung taucht man käufliches Indikator-Papier. Die Verfärbung des Papiers vergleicht man mit einer Farbenskala, die die Werte angibt. Ein neutraler Boden hat pH 7. Je kleiner der pH-Wert (unter 7), desto saurer ist der Boden. Für die meisten heimischen Pflanzen eignen sich die Böden am besten mit einem pH-Wert um 6. Ist der Wert niedriger als 7, sollte man entsprechend Algenkalk zufügen.

Kommentar:
Auch Zeigerpflanzen (vgl. Stichw.) geben schon wichtige Hinweise. Bei jahrelanger naturnaher Bewirtschaftung mit genügend zugeführter organischer Materie (z.B. Kompost oder Mulch, vgl.Stichw.) gleicht die Natur selbst die Unterschiede zwischen zu alkalischen oder zu sauren Böden aus.




Stichwort: Pionierpflanze, die
Pionierpflanzen sind Erstbesiedler von Pionierstand, -orten (vgl. Stichw.) und bilden die - bald verdrängte - erste Pflanzengesellschaft der natürlichen Sukzessionen (vgl. Stichw.).Sie sind einjährig und unbeständig, robust und genügsam, vertragen volle Sonnenbestrahlung, Kälte und Trockenheit.

Kommentar:
Weil in unserer Kulturlandschaft Pionierstandorte fehlen, sind manche dieser Pflanzenarten selten geworden. Sie werden in der Landwirtschaft und den Gärten als schädliches "Unkraut" oft sogar mit Pflanzengiften bekämpft. Unter ökologischen Gesichtspunkten haben jedoch auch die Pioniere ihren sinnvollen Platz im Naturhaushalt. Naturschützer befürworten deshalb Brachen und vom Anbau befreite Feldraine. Gärtner können Standorte in Gartenecken anbieten oder sogar einen Wildstaudengarten (vgl. Stichw. Wildgarten) anlegen.




Stichwort: Pionierstandort, der
Ein Pionierstandort ist ein Stück noch vegetationsloses Land. In der Natur ist es anzutreffen als nackter Fels, als kurzfristiges Ergebnis von Katastrophen (Vulkanismus, Überschwemmungen, Waldbrände u.ä.) oder Brache.

Kommentar:
Pionierstandorte sind der Ausgang der Folge von Sukzessionen (vgl.Stichw.). Schon auf dem nackten Fels siedeln sich die ersten primitiven Lebewesen an (Algen, Flechten u.a.). Wo sich der erste Boden ansammelt (vgl.Stichw. Verwitterung) beginnt auch der Bewuchs mit Pionierpflanzen (vgl.Stichw.) . Auf verschiedenen Pionierstandorten gibt es bald jeweils angepaßte Pflanzengesellschaften (vgl.Stichw.).

In der wirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft sind diese Flächen selten geworden. Gärtner können diese Extremstandorte als Sonderbiotope schaffen, ohne menschliche Eingriffe besiedeln lassen und die Entwicklung beobachten.

Neben dem pädagogischen Wert (vgl.Stichw. Ökopädagogik) ist es ein sinnvoller, wenn auch nur kleiner Akt von "aktivem Naturschutz" (vgl.Stichw.). In größerem Maßstab kann man den Erdaushub am Neubau eines Hause auf den Freiflächen naturnah modellieren und einfach (ohne Auflage von Gartenerde) der Natur überlassen.




Stichwort: Population, die
(lat. populus = Volk)

In der Biologie verstehen wir unter Population (Bevölkerung) die Gesamtheit der Individuen einer bestimmten Art in einem bestimmten Lebensraum, z.B. in einem Biotop. Diese lokalen Verbände kann man auch als Fortpflanzungsgemeinschaften betrachten. Die Größen der Lebensräume sind verschieden, die Grenzen unscharf.

Kommentar:
Die tierischen Populationen haben ähnliche Wachstumsmuster. Hat eine Art einen neuen Lebensraum besetzt, vermehrt sie sich zunächst langsam, dann kommt es zu einer explosiven Vermehrung, bis sich schließlich eine relativ dauerhafte gleichbleibende Phase einstellt. Die ungestörte Natur schafft also ein Gleichgewicht durch begrenzende Faktoren (Klima, Nahrung, Krankheit u.a.).

Beispiel:
Kaninchenplage im ÖKOTOP HEERDT. Das Gebiet ist durch umgebende Siedlungen und Industriegebiete begrenzt und als Revier für einen Fuchs zu klein. So fehlt der "Kaninchenfeind" und die Population kann sich zunächst ungestört vermehren. Nach einem bestimmten Zeitraum stellt sich jedoch eine tödliche Viruskrankheit (Myxomatose) ein.




Stichwort: Recycling, das
(engl. Wiedervervendung)

Das Recycling oder Recyceln ist die Wiederverwendung von schon einmal benutzten Materialien oder Gegenständen. Es spart Rohstoffe und Geld.

Kommentar:
Bei der Wiederverwendung gebrauchter Materialien im Gartenbereich ist besonders darauf zu achten, daß diese nicht mit Giften belastet sind (giftige Farben und Holzimprägnierungen, berußte Ziegelsteine von Schornsteinen u.ä.). Wiederverwendete Gegenstände müssen versäubert, Gefahrquellen (herausstehende Nägel o.ä.) beseitigt werden. Bei der Arbeit (z.B. beim Ziegelklopfen) müssen manchmal Schutzbrillen benutzt werden.




Stichwort: Relief, das
Ein Relief ist die unterschiedliche Höhe eines Geländes. Die Höhenunterschiede entstehen in der Erdgeschichte durch Kräfte aus dem Erdinneren (z.B. Vulkanismus, Schollenbewegungen der Erdkruste u.ä.) oder durch Verwitterung (vgl. Stichw.) Die Erde lebt, sie ist, wenn auch allgemein langsam und von uns unbemerkt, immer in Bewegung.

Eine Fläche kann horizontal oder geneigt sein, eben oder verschieden hoch, konvex gewölbt (Hügel oder Berg) oder konkav vertieft (Delle, Senke,Tal) sein, Gräben oder Wälle haben usw. Schon geringe Unterschiede wirken sich auf die Vegetation aus- und damit auch auf die Tierwelt. Es bilden sich mehr oder weniger trockene oder feuchte Standorte.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT ist das Geände relativ eben und horizontal. Nach Norden und Westen fällt es nur leicht von 35m ü. NN auf 32m ü. NN ab. Dies hat bereits Folgen für das Kleinklima (vgl. Stichw.)

Ein Relief läßt sich im "Wildgelände" und im Gartenbereich leicht verändern: Einebnen oder Verstärken der Höhenunterschiede durch Erdarbeiten, Trockenmauern oder Bepflanzung. So läßt sich das Mikroklima leicht wie gewünscht beeinflussen. Unser ökologischer Aspekt der "Kleinzelligkeit und Vielfalt" der Biotope läßt sich so verwirklichen.




Stichwort: Rundling, der
Der Name "Rundling" bezeichnet im ÖKOTOP HEERDT eine kreisförmig angelegte Gruppe von 10 Gärten mit jeweils 300 qm. In der Mitte befindet sich eine allen Gärtnern gemeinsame Platzanlage, an der auch die Eingänge der Gartenparzellen liegen.

Kommentar:
Die ungewöhnliche runde und strahlenförmige Form wurde von uns gewählt, weil die Gärten sich so sehr gut in das umgebende Naturgelände einfügen (ökologischer Aspekt) und sich so überschaubare Nachbarschaften bilden (sozialer Aspekt). Der von uns gewählte Begriff "Rundling" lag von der Form sehr nahe und hat sich mit der Zeit herausgebildet. Er bezeichnet sonst eine in der Kulturgeographie seltene Siedlungsform von geschlossenen Dorfanlagen an Saale und Elbe. Die runde Form unserer 6 Gartengruppen hat sich auch in der Beschränkung auf jeweils nur 10 Gärten sehr bewährt.




Stichwort: Sedimentgestein, das
(lat. sedimentare = ablagern)

Sedimente sind Ablagerungen verwitterter Gesteine. Durch Verwitterung (vgl.Stichw.) werden feste, anstehende Gesteine (Tiefengesteine, Urgesteine) zerkleinert. Die Verwitterungsprodukte bleiben entweder liegen oder werden meist durch Wasser, Wind oder Eis weit transportiert und wieder abgelagert und manchmal durch den Druck neuer, darüber abgelagerter Schichten auch wieder verfestigt und wieder verwittert. Die an der Oberfläche liegenden Sedimentböden sind oft tiefgründig und fruchtbar.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT liegen tief unter der organisch angereicherten, fruchtbaren, lebendigen, schwarzbraunen Deckschicht des Mutterbodens (etwa 25 bis 40 cm) viele hundert Meter dicke gelbe Sedimente: von der Küste eines Urmeeres aus dem Erdaltertum, von angeschwemmten oder angewehten Sanden eiszeitlicher Moränen und von den Ablagerungen des Rheins und seiner Nebenflüsse und - bäche bis in die erdgeschichtliche Gegenwart (Alluvium). Anstehende Felsen gibt es hier nirgends, an Natursteinen - nur Flußkiesel oder von Menschen antransportierte Steine, z.B. aus dem Rheinischen Schiefergebirge. Jeder Stein ist also kostbar.




Sichwort: Sonnenfalle, die
Eine Sonnenfalle oder Wärmefalle ist eine Maßnahme des aktiven Naturschutzes, bei der eine Heckenanpflanzung hufeisenförmig nach Süden geöffnet bleibt. Die innerhalb dieser Anpflanzung liegenden Gärten haben durch die geschützte Lage ein besseres Kleinklima (Windschutz, 2-3 Grad höhere Durchschnittstemperatur.)

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT wurde diese Schutzhecke noch durch einen 1m hohen Erdwall verstärkt (vgl Wallhecke). Alle Rundlinge (vgl. Stichw.) wurden so angelegt, eine Maßnahme, die sich bei leichten Nachtfrösten sehr bewährt hat.




Stichwort: Standort, der
In der Biologie bezeichnet man mit Standort Lage und Beschaffenheit des Lebensraumes (vgl.Stichw. Biotop) einer Pflanze. Er wird bestimmt durch die Standortfaktoren, Umwelt (vgl.Stichw.), Klima, Boden, bzw. Wasser, Relief und Lebensgemeinschaft (vgl.Stichw. Biozönose). Standortgerecht sind also charakteristische Pflanzengesellschaften mit ähnlichen Bedürfnissen oder die sich sogar gegenseitig unterstützen.

Kommentar:
Entscheidend bei Neuanlagen von Parks oder Gärten ist, daß der bereits vorhandene Standort berücksichtigt wird. Dazu gehören die Umwelt und die in ihr schon lebenden Pflanzen und Tiere. Nicht jede Pflanze läßt sich mit jeder anderen kombinieren, nicht jeder Standort ist geeignet.

Die Lebensgemeinschaften kann und sollte man in der ungestörten Natur beobachten. Betrachtet man bei Neuanpflanzungen die zugehörigen Pflanzengesellschaften, gedeihen die Pflanzen. Auch die entsprechenden Tiere stellen sich im Laufe der Zeit ohne unser Zutun ein.




Stichwort: Trockenmauer, die
Eine Trockenmauer ist eine Wand aus lose aufeinander geschichteten Bruchsteinen, Ziegeln oder Betonbrocken. Die Fugen bleiben hohl oder werden mit magerer Erde leicht ausgefüllt, am besten beides. Sie kann doppeseitig frei im Gelände stehen (zweiseitige T.) oder sich an Abhänge, Erdwälle, Hochbeete oder Hauswände anlehnen (einseitige T.) Sie braucht ein Schotterfundament (ca.50 cm) und sollte leicht nach innen geneigt sein (ca.15 °). Gemauert wird nach den Regeln der Maurer (vgl. Hauswände). Bei Bedarf kann man zur Ableitung von Hangwasser hinter der Mauer eine Drainage (Entwässerung) anlegen. Bei zu großer Höhe muß man in Terrassen untergliedern. Eine Trockenmauer ist ein Extremstandort, ein nährstoffarmes und trockenes, im Idealfall sonnenbeschienenes Sonderbiotop. Die Hohlräume sind oft seltene Refugien für Tiere (z.B. Eidechsen), verfüllte Fugen sind begehrte Trockenstandorte für spezialisierte Pflanzen.

Kommentar:
Wo anstehender, "gewachsener" Fels nicht vorkommt (vgl.Stichw. Boden), müssen Natursteine von weitem herangeschafft und teuer bezahlt werden. Gebrannte Lehmziegel sind guter Ersatz. Wir bekommen sie von Abrißbauten und klopfen selbst den Mörtel ab (Schutzbrille!). Versäuberte Ziegel sind im Handel teurer als neue. Leider wird Bauschutt oft zu Geröll und Schotter zermahlen, immerhin noch eine Form des Recycling (vgl.Stichw.).





Stichwort: Vernetzung, die
Hier ist mit Vernetzung eine Maßnahme des aktiven Naturschutzes (vgl. Stichw.) gemeint, bei der einzelne Biotype (vgl. Stichw.) gleichen Typs miteinander verbunden werden.

Kommentar:
Im ÖKOTOP HEERDT haben wir z.B. die bandförmigen, das ganze Gelände durchziehenden Heckenbiotope miteinander verbunden (vgl. Stichw. Wallhecke, Sonnenfalle).

Diese Vernetzung nutzt der dort lebenden Populationen (vgl. Stichw.) von Kleintieren, die eine bestimmte Größe eines geschützten Lebensraumes (vgl. Stichw.) brauchen. Auf diese Weise wird Inzucht und damit Degeneration vermieden.




Stichwort: Verrottung, die
Die Verrottung ist die natürliche Zersetzung organischen Materials zu Humus (vgl. Stichw.). Sie findet ständig auf und in den oberen Bodenschichten (vgl.Stichw. Boden) statt, wenn abgestorbene Äste, Laub, Blüten, Früchte u.ä. auf die Erde fallen. Bei diesem Zersetzungs- und Umwandlungsprozess sind die Millionen Bodenlebewesen sichtbar (z.B. Regenwurm) und vor allem unsichtbar (z.B. Bakterien) wesentlich beteiligt.

Kommentar:
Diese Verrottung kann auch vom Gärtner gezielt eingeleitet, gefördert und beschleunigt werden (vgl.Stichw. Kompost, Mulch). Durch eine lockere Mischung aufgestreuter "Abfälle" wird den Bodelebewesen Luft zugeführt. Außerdem brauchen sie eine ständige mäßige Feuchtigkeit. Bei zu großer Trockenheit kommt die Umsetzung zum Erliegen, bei zu großer Feuchtigkeit entwickeln sich schädliche Fäulnisbakterien. Durch Zerkleinerung wird die Verrottung beschleunigt. Die entstehende Wärme tötet auch unerwünschte "Unkraut" - Samen. Wird das zerkleinerte Material im Herbst direkt auf das Beet gestreut, spricht man von Flächenkompostierung (vgl. Stichw. Mulchen).




Stichwort: Verwitterung, die
Verwitterung ist die Zersetzung von festem, anstehendem Gestein an der Erdoberfläche. Dies geschieht durch 1. mechanische, 2. chemische und 3. organische Verwitterung zu Schutt und Geröll (vgl.Stichw. Boden) bis zu Sand und Staub (vgl.Stichw. Löß). Zersetzende Vorgänge sind z.B. mechanische Zertrümmerung, Erhitzung und Abkühlung bei wechselnder Sonneneinstrahlung, Sprengung durch Frost, Löslichkeit durch Wasser, durch sauren Regen, Einwirkung von Pflanzen und Tieren u.a.m.

Kommentar:

Die entstandene oberste Bodenschicht (vgl.Stichw. Boden, Humus) ist sehr kostbar als Gundlage zur Gewinnung unserer Nahrung. Doch bei dieser Nutzung zerstören die Menschen den natürlichen Bewuchs. Es gilt also, einer Erosion (vgl.Stichw.) vorzubeugen. Dies geschieht z.B. durch geschickte Bewirtschaftung (vgl.Stichw. Dreifelderwirtschaft, Frucht- wechsel, Mischkultur) oder durch Abdeckung mit Streu (vgl. Stichw. Mulch). Auch werden so die im Boden enthaltenen Mineralien und organische Stoffe (vgl. Stichw. Humus)

vor der Auslaugung durch Niederschläge geschützt. Begrifflich wird unterschieden zwischen Verwitterung (von mineralischem Material) und Verrottung (von organischem Material).




Stichwort: Wallhecke, die
Eine Wallhecke ist eine Heckenpflanzung auf einen vorher angeschütteten Wall. Die Anschüttung kann aus beliebigen lockeren Gesteinen bestehen. Auch Bauschutt kann hier wiederverwendet werden, darf aber keine giftigen Bestandteile enthalten. An der Oberfläche wird der Wall mit einer dünnen Schicht Gartenerde abgedeckt.

Kommentar:
Die Wallhecken im ÖKOTOP HEERDT wurden auf etwa 1m hohen Wällen angepflanzt. Sie haben sich vor allem als Schutz der Gartenrundlinge (vgl. Stichw. Rundlinge) sehr bewährt. Sie bieten den Gärten Wind- und Sichtschutz, dienen als "Sonnenfalle" (vgl. Stichw. Sonnenfalle) und bilden eine gleitende Grenze der Gärten zum Wildgelände mit seinen verschiedenen Biotopen.

Die miteinander vernetzten Hecken (vgl. Stichw. Vernetzung) bilden gut funktionierende Lebensräume, geben Nahrung und Schutz für viele Arten von Kleintieren.




Stichwort: Wetter, das
Das Wetter ist der augenblickliche Zustand der Atmosphäre (Lufthülle der Erde) und seine Veränderungen an einem bestimmten Ort.. Den Ablauf des Wetters an mehreren Tagen nennen wir Witterung (oder Witterungsverlauf).

Eine Wetterwarte (oder -station) ist eine meteorologische Station (wetterkundliche St.), auf der mehrmals täglich die Wetterelemente gemessen werden (Temperatur, Windstärke und -richtung, Luftdruck und -feuchtigkeit, Sonnenscheindauer und -strahlung, Bewölkung, Niederschlag, Sicht). Daraus werden Wettervorhersagen abgeleitet.

Kommentar:
Es gibt noch mehr Wetterelemente: Wetterzeichen, die teilweise lokale Bedeutung haben (z.B. Wolkenformen und -veränderungen, lokale Windrichtungen, Himmelsfarbe). Durch lange Beobachtung haben sich Volkswetterregeln (Bauerregeln) gebildet. Im Zusammenhang mit der stattfindenden Klimaveränderung müßten sie jedoch überprüft werden.




Sichwort: Wildgarten, der
Ein Wildgarten ist ein neuer Gartentyp, in dem neben den üblichen Nutz - und Ziergärten der Naturschutz (vgl.Stichw.) das zentrale Thema der Anlage und Pflege ist. Eine vernetzte Vielfalt kleinzelliger Biotope (vgl.Stichw.) ist dafür besonders geeignet.

Kommentar:
Die Konzeption der Anlage des ÖKOTOP HEERDT mit ihren vielen verschiedenen Biotopen und Biogärten ergibt eine ideale Artenvielfalt an regionalen Pflanzen, die wiederum die Bedingung ist für eine Vielfalt an Tierarten. Die Entwicklung kann gefördert werden durch gezielte Anlage von Sonderbiotopen, speziellen Pflanzen als Tiernahrung, Maßnahmen zum Vogelschutz (vgl.Stichw.) u.a.m.

Ein Wild- oder Naturgarten schafft so wertvolle Ersatzlebensräume für aussterbende Pflanzen- und Tierarten in unserer modernen Kulturlandschaft. Gleichzeitig kann ein Wildgarten der Umwelterziehung (vgl.Stichw.) dienen.




Stichwort: Zeigerpflanze, die
Zeigerpflanzen stellen bestimmte Ansprüche an den Standort (vgl.Stichw.). Diese sogenannten bedeutesten Pflanzen geben uns deshalb Hinweise auf die Zusammensetzung und den Zustand des Bodens (vgl. Stichw.), z.B. auf Nährstoffe, pH-Wert (vgl.Stichw.), Kalkgehalt, Feuchtigkeit, Kleinklima (vgl.Stichw.) u.a.m.

Kommentar:

Der Gärtner kann Bodenproben entnehmen, sie an ein Institut schicken und gegen Honorar eine Analyse machen lassen. Man kann aber auch durch bestimmte Zeigerpflanzen kostenlos bereits wichtige Hinweise erhalten. Veraussetzung ist freilich, daß man diese Wildpflanzen und ihre Bedürfnisse genau kennt. Wir finden sie als "Unkraut" auf dem Boden, in Gartenecken und auf länger brach liegenden Flächen, da die Samen oft viele Jahre im Boden ruhen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Was und wer ist das ÖKOTOP HEERDT?
Wir sind ein ökologisch und ganzheitlich orientiertes Bürgerprojekt im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt.

Unser Planungsprojekt umfasst ein integriertes System aus naturnahen Freiräumen mit Biotopen und Biogärten, dem Heerdter Busch (Permakulturpark), dem Ökologischen Zentrum, der ökologisch ausgerichteten Siedlung und dem ökologisch vertretbaren Gewerbegebiet.

Große Teile unseres Projektes wurden bereits mit viel Engagement Wirklichkeit. Wir zählen ca. 160 Mitglieder und sind als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Seit Anfang 1991 bieten wir Kurse in verschiedenen Bereichen an. Sie sind stadtökologisch orientiert und wollen Möglichkeiten eröffnen, sich auch in der städtischen Umwelt als Teil der natürlichen Vernetzung zu begreifen.